Tagesrucksack – Packliste

Servus Leute,

anbei meine Liste für den Tagesrucksack, die ich anfangs ich auf meinen Tagestouren im Spessart, Odenwald und Taunus genutzt habe.

Allerdings ist die Liste viel zu umfangreich. Auf den Westweg-Touren habe ich immer mehr weggelassen, denn „weniger ist mehr“ insbesondere bei langen und schwierigen Tagesetappen.

Wenn ich heute nochmals auf den Westweg gehen dürfte, würde ich überlegen, ob ich nicht nur mit einer größeren Hüfttasche oder Gürteltaschen die Tagesetappe angehen würde.

Nur bei Regen- oder kaltem Wetter könnte man in Betracht ziehen die Jacke(n) in einem kleinen Rucksack < 22l zu transportieren.

Um meinen „Lernfortschritt“ aufzuzeigen, will ich aber dennoch eine „vorher/nachher“ Packliste hier darstellen, damit man auch sieht auf welche Gegenstände man locker verzichten kann.

Packliste „vorher“ (oder was sich ein Anfänger so als nützlich vorstellt…):

A. Am Körper:

B. Rucksack:

  • Rucksack mit Regenhülle
  • Wasser in der Trinkblase (ca. 2l)
  • 1x T-shirt (zum Wechseln)
  • 1x Socken (zum Wechseln)
  • 2. Feuerzeug
  • Kleines Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Mullbinde, Rettungsdecke, Dreieckstuch, Zeckenset, etc.)
  • Kleines Survival-Set (Spiegel, Signalpfeife, Drahtsäge, Sicherheitsnadeln, Nähset, Streichhölzer, Micropur-Tablette, etc.)
  • Regenjacke (hilft auch bei Wind und plötzlichem Wetterumschwung)
  • Medikamente (1x Dolormin, 1x Ibuprofen, 1x Elektrolyt-Brausetablette, Blasenpflaster)
  • Arbeitshandschuhe
  • Wanderhut
  • Weithalsflasche (o,5l)
  • Zeckenspray
  • Notizbuch & Stift
  • Ersatzschnürsenkel

Optionale Ausrüstung:

  • Fleece-Jacke (nur bei kühlen Temperaturen < 15°C)
  • Flöte (tin whistle) + Noten (eher nur Abends zur Entspannung nutzen)
  • Pfeife und Zubehör (Filter, Pfeifenputzer, Stopfwerkzeug, etc.) (eher nur Abends zur Entspannung nutzen)
  • Poncho (& Seil) (nur bei starkem Regen)
  • Regenhose (nur bei starkem Regen)
  • ein Heissgericht (z.B. Fertignudeln, Erbsensuppe („Erbswurst“), Cevapcici, etc.) (aufgrund der vielen Einkehrmöglichkeiten meist überflüssig)
  • Esbit-Kocher und Brennstoff (aufgrund der vielen Einkehrmöglichkeiten meist überflüssig)
  • Holzlöffel (aufgrund der vielen Einkehrmöglichkeiten meist überflüssig)
  • Multitool (eher im Hotel lassen)
  • Sonnencreme (eher morgens nutzen und dann im Hotel lassen…)

C. Bauchtasche

Gesamtgewicht ca. 9 kg.

Erkenntnisse während meiner Wanderungen:

Fazit nach der ersten Tagestour:

Nach der ersten Tagestour habe ich meinen Rucksack noch mit einer Bauchtasche ergänzt. Diese hat sich als sehr praktisch erwiesen für alles was ich schnell zur Hand haben will ohne den Rucksack immer auf- und abzusetzen. Dabei habe ich übrigens den Gürtel der Tasche hinten durch den unteren Teil des Rucksacks gefädelt (schwer zu beschreiben). Dadurch erhöht sich der Tragekomfort sowohl vom Rucksack (weil er unten mit dem deutlich breiteren Riemen der Gürteltasche noch besser stabilisiert ist), als auch der Gürteltasche, weil ein Teil des Gewichts über die Schulteraufhängung des Rucksacks „abgeleitet“ wird. Nachteil von der Methode ist, dass man die Bauchtasche immer erst abschnallen muss, bevor man den Rucksack absetzen kann. Dies ist insbesondere blöd weil bei der Bauchtasche die Schnalle genau in der Mitte sitzt und man daher die Schließe hinter dem Rücken auf- und zufummeln muss. Ich habe das zwar mit etwas Übung hinbekommen, aber ich werde mittelfristig hier den Gürtel noch umändern, so dass die Schließe seitlich sitzt.

Gerade bei Regenwanderungen erwies es sich jedenfalls als unheimlich praktisch, dass ich alles Wichtige griffbereit hatte und den Rucksack unter seiner Regenabdeckung lassen konnte. Die Bauchtasche ist übrigens erstaunlich wasserdicht. Gut, ich würde ihr nicht vertrauen, wenn es einen richtigen Wolkenbruch gäbe oder bei stundenlangem Dauerregen, aber für normalen Regen ist die Dichtigkeit vollkommen ausreichend. Bei Starkregen würde ich ohnehin den Poncho auspacken und dann wäre natürlich auch die Bauchtasche geschützt

Wenn Starkregen vorhergesagt ist, könnte man auch überlegen den Poncho in die Bauchtasche reinzupacken. Platz genug wäre da und hätte den Vorteil, dass man schnell auf einen Wetterumschwung reagieren kann, allerdings muss man auch aufpassen, dass das Ganze nicht zu schwer wird…

Die Wanderhose blieb auch bei mittelstarkem Regen schön dicht, so dass ich keine Regenhose überziehen musste. Bei meiner schon etwas älteren Regenjacke werde ich die Imprägnierung auffrischen müssen. Sie hielt zwar noch dicht, aber der Regen perlte nicht mehr von der Jacke ab, sondern drang langsam in das Obermaterial ein. Der Wanderhut ist wirklich klasse. Die breite Krempe verhindert, dass der Regen einem in den Kragen läuft. Alternativ hätte ich mir sonst die Kapuze meiner Jacke überziehen müssen, was aber die Rundumsicht und das Hören unnötig einschränkt. Auch bei den Schuhen muss ich die Imprägnierung auffrischen. Gegen das Regenwasser bleiben sie zwar noch dicht, aber als ich durch eine feuchte Wiese stapfte merkte ich leichte Feuchtigkeit am Spann.

Bezüglich des Gewichts des Rucksacks muss ich mir noch Gedanken machen was ich daheim lassen kann. Sicherlich werden bei einigermaßen guter Wettervorhersage Regenhose und Poncho nicht mitkommen. Dafür ist vor allem der Poncho zu schwer und meine Kombination aus Regenjacke und Wanderhose für einen normalen Regenschauer absolut wasserdicht genug. Weiterhin überlege ich das Multitool im Koffer zu lassen, da es schwer ist und ich im Wald ja nicht wirklich etwas „bauen“ will. Da ist die Chance höher, dass ich es mal im Hotel brauchen könnte.

Auch mit der Weithalsflasche konnte ich mich noch nicht anfreunden. Ich habe ja schon eine Trinkblase im Rucksack (die sich als sehr nützlich erwiesen hat) und die Weithalsflasche hatte ich ursprünglich für den Fall gedacht, dass ich mal an irgendeiner Quelle Wasser schöpfen will, bzw. ein flexibleres Wassergefäß habe (z.B. zum Kochen). Doch dazu müsste ich die Flasche einigermaßen griffbereit transportieren, doch ich habe weder am Gürtel noch in der Gürteltasche richtig Platz dafür. Wenn ich also nicht noch einen cleveren Weg finde, die Flasche griffbereit irgendwo aufzuhängen (z.B. mit Paracord und einem Karabiner?), wird sie wohl aus dem Rucksack fliegen…

Den Esbit-Kocher habe ich inzwischen auch ausprobiert und ich muss sagen ich bin zufrieden. Klar, Esbit riecht ein wenig unangenehm und ist bei Wind etwas schwer zu entzünden, aber wenn man ein gutes Feuerzeug und ein wenig Geduld hat, klappt es auch bei Wind und Regen. Die Größe des Kochgefäßes ist mit einem effektiven maximalen Fassungsvermögen von ca. 400ml jedenfalls für eine Person vollkommen ausreichend (für eine Portion Erbswurst braucht man z.B. 250 ml Flüssigkeit). Die Skala (sowohl außen als auch innen) hilft beim Abmessen der richtigen Wassermenge. 300 ml Wasser kochen (je nach Wind bzw. Windschutz) mit einer 14g Esbittablette (die großen Tabletten) in ca. 8-12 Minuten. Topf und Kocher kühlen nach der Benutzung sehr schnell wieder ab. Außerdem ist das Set sehr leicht, hat ein geringes Packmaß und lässt sich schnell im Rucksack wieder verstauen. Der Dauertest wird noch zeigen wie gut die Beschichtung hält.

Fazit nach der zweiten Tagestour:

Die zweite Tour war eine richtige HitzetorTour (fünf Euro in die Wortspielkasse). Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu 31°C haben mir schon einiges abverlangt. Dennoch bin ich soweit zufrieden. Die Hose, die Funktionsunterwäsche und das Hemd leiten Feuchtigkeit schnell vom Körper ab, die gute Rückenbelüftung des Rucksacks hilft ebenfalls. Störend ist der Hut unter dem man doch recht schnell ins Schwitzen kommt, aber er lässt sich gut falten und im Rucksack verstauen. Der (das?) Buff hingegen hat sich als sehr hilfreiches Stirnband erwiesen.

Trotz der recht warmen Temperaturen habe ich meine Hosen lang gelassen, was sich als eine gute Entscheidung herausgestellt hat, da sich andere Wanderer auf der grasreichen Strecke mit kurzen Hosen prompt Zecken eingefangen haben (und ich hasse diese Dinger…).

Meine Kondition scheint besser zu werden. Ich habe die – zugegebenermaßen leichte – Tour ohne Muskelkater oder ähnliches überstanden. Auch der Rucksack fühlte sich trotz seines Gewichts irgendwie leichter an. Wichtig ist, dass man früh anfängt zu trinken, da das erstens dem Körper das notwendige Wasser zuführt und zweitens natürlich das Gewicht des Rucksacks verringert. So werden aus 9 kg Startgewicht schnell 7 kg. Wenn man dann noch frühzeitig seine mitgebrachten Snacks isst, ist man schnell bei 6,5 kg ;-).

Noch ein kurzes Wort zum Gewicht: Die Daumenregel für normale Wandertouren ist ca. 10% des Körpergewichts. Somit sind die 8-9 kg genau richtig. Manche bezeichnen übrigens sogar ein Gewicht von 20-25% noch als akzeptabel. Dies ist aber eher für Leute, die auch in der Natur übernachten möchten und Ausrüstungsgegenstände wie Zelt, Isomatte, Gaskocher, etc. mitschleppen müssen. Bei der Bundeswehr soll das Gewicht je nach Ausrüstung (und natürlich je nach Körpergewicht) übrigens bis zu 35% ausmachen…(keine Ahnung ob das stimmt, ich war nicht beim Bund).

Noch ein Nachtrag zur Weithalsflasche. Ich habe sie inzwischen mit einem PP-Seil (0,5 cm) umwickelt und einen guten Karabinerhaken daran befestigt. Somit kann ich die Flasche jetzt überall am Rucksack oder Gürtel festmachen. Das Seil verleiht dem Ganzen auch noch bessere Griffigkeit, so dass beim Befüllen der Flasche im nächsten Fluss diese nicht so schnell wegrutschen kann. Last, but not least, hat man so auch noch etwas „Notschnur“ dabei. Mit diesen Modifikationen überwiegen die Vorteile der Flasche die Nachteile, denn nun kann ich mir ohne viel Aufwand an einer Quelle, in einem Bach oder an einem Wasserhahn neues Wasser schöpfen und muss nicht die Trinkblase umständlich aus dem Rucksack fummeln.

Fazit nach der dritten Tagestour:

Diesmal hatte ich vor allem Probleme mit dem rechten Schultergurt meines Rucksacks. Egal wie fest oder locker ich ihn einstellte, er drückte unangenehm auf meine Schulter. Dies macht mich ein wenig ratlos, da ich bisher dieses Problem noch nicht hatte und ich die Bepackung meines Rucksacks auch für diese Tour nicht wesentlich geändert hatte. Ich werde jetzt versuchen mit einer Zusatzpolsterung für den Tragegurt das Problem zu lösen. Ich fürchte es zeigen sich hier langsam die Nachteile des etwas kleineren Rucksackmodells. Ein 30-40l-Rucksack wäre für lange Touren dann doch besser geeignet gewesen (natürlich nicht ganz vollgepackt), da er doch einige Einstellmöglichkeiten mehr hat und vor allem der Hüftgurt besser ausgestaltet ist. Bei diesem Modell ist es eben doch nur ein Hilfshüftgurt. Wie auch immer, jetzt hilft nur Gewichtsreduktion. Ich habe man („optional„) hinter all die Sachen geschrieben, die ich nur in Ausnahmefällen mit auf die Tagestour nehmen werde.

Im Grunde brauche ich auf einer normalen Tour nur den Inhalt meiner Bauchtasche plus Wanderstöcke und Trinkblase. Auf alles andere könnte ich eigentlich verzichten und habe es nur für den „Fall der Fälle“ dabei.

Fazit nach der vierten Tagestour:

Bei dieser längeren Tagestour zeigte sich, dass mein Rucksack doch zu unkomfortabel ist. Obwohl ich diesmal einiges an Gewicht eingespart hatte: kein Poncho, kein Multitool, kein Kochersystem, drückte er doch ziemlich unangenehm auf Schultern und Rücken. Dies obwohl ich zusätzliche Polsterungen an den Schultergurten befestigt hatte. Diese verminderten auch wirklich den Druck auf die Brust, aber es gelang mir nicht die Lastverteilung so auf die Hüfte zu bringen, dass ich damit zufrieden war. Die Folge war ein verspannter Nacken und Abschürfungen am Rücken. Daher habe ich mich entschlossen mir einen neuen Rucksack anzuschaffen. Diesmal ein echter Trekking-Rucksack mit entsprechenden Einstellmöglichkeiten und optimaler Hüftflosse.

Der Rest der Ausrüstung ist so weit in Ordnung. Ich habe allerdings meinen Kompass inzwischen gegen ein etwas besseres und dazu auch noch leichteres Modell ausgetauscht. Außerdem habe ich mir noch eine professionelle Kartentasche zugelegt (vorher nutzte ich nur Klarsichthüllen).

***

Packliste „nachher“ (oder was ich nach meinen Erfahrungen auf dem Westweg noch mitnehmen würde):

A. Am Körper:

B. Rucksack:

  • Rucksack mit Regenhülle
  • 1x Funktionsunterhemd (zum Wechseln)
  • 1x Oberhemd (zum Wechseln)
  • Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Blasenpflaster(!), Mullbinde, Rettungsdecke, Dreieckstuch, Zeckenset, Desinfektionsmittel, Medikamente (1x Dolormin, 1x Ibuprofen), etc.)
  • Regenjacke (nur bei Regen oder Kälte, hilft auch bei Wind und plötzlichem Wetterumschwung)
  • Baseball-Kappe
  • Weithalsflasche (0,5l)
  • Ersatzschnürsenkel
  • Fleece-Jacke (Nur bei Kälte, z.B. oben auf dem Feldberg war sie nützlich)
  • Wasserfilter (klein z.B. Sawyer Mini; wiegt fast nix)

C. Bauchtasche(n)

  • Taschentücher
  • Sonnenbrille bzw. Brille, und Etui dafür
  • Snacks: 2x Müsliriegel, 1x Kaugummi, 3x Traubenzucker
  • Smartphone
  • Kompass
  • Karten und Reiseführer
  • Buff
  • Feuerzeug (normales Gasfeuerzeug)
  • kleine Plastiktüte für verschiedene Zwecke
  • Geldbörse (Bargeld, KV-Karte, Ausweis, etc.)
  • Stirnlampe
  • 2x Isotonische Brausetablette(n)

Gesamtgewicht dieser Zusammenstellung ist bei ca. 2-3 kg

Das Schwerste in dieser Packliste sind dabei die Regen- und Fleece-Jacke, die man aber nur bei unklarer Wettervorhersage oder Regen/Kälte mitnimmt. Bei Sonnenschein hat man also noch wenger zu tragen.

Wie man sieht, könnte man auch alles (bis auf die Jacken) in Bauchtasche(n) unterbringen und sich den Rucksack komplett sparen.

Das Smartphone ersetzt Wandernavi, Kompass, Notfalltelefon und Kamera. Aber man kann es natürlich für das ungetrübte „Naturerlebnis“ daheim lassen. Spart dann auch etwas Gewicht.

Kompass, Stirnlampe, Feuerzeug und Erste-Hilfe-Set dienen nur der Notfallvorsorge. Vielleicht noch ein (leichtes aber hochwertiges) Survival-Set (Spiegel, Signalpfeife, Sekundenkleber, Nähset, etc.) mitnehmen. Das hängt vom eigenen Sicherheitsbedürfnis ab. Allerdings ist man auf dem Westweg nicht in der Wildnis.

Wenn man nicht irgendwo weit abseits vom Weg spät Abends, unsichtbar und ohnmächtig im Gebüsch liegt, sollte man sich bei Problemen einfach an den Wegesrand setzen und auf den nächsten Wanderer warten.

One Reply to “Tagesrucksack – Packliste”

  1. Lieber Nico –
    viel Glück und bald viele interessante Erfahrungen außerhalb Deines Bürostuhls wünscht Dir auf Deiner perfekt (!) vorbereiteten Reise ins Innere des Schwarzwaldes und ins eigene Innere
    Grüße aus Muc
    Dieter und Christel

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