nach meiner Wanderung über den Westweg habe ich natürlich ein paar Dinge gelernt, die ich an euch weitergeben will. Natürlich stellen meine Tipps eine reine subjektive Bewertung dar und müssen daher nicht für jeden geeignet sein.
nachdem ich nach meiner letzten Tour Schmerzen im Fuß entwickelt hatte, habe ich mich von meinem Orthopäden beraten lassen.
Vielen Dank an dieser Stelle für die rege Anteilnahme und die guten Tipps!
Ich habe in der Tat eine leichte Sehnenscheidenentzündung entwickelt, genauer eine „trockene Sehnenscheidenentzündung in der Nähe des Knöchels“. Der Arzt meinte aber, dass bei schneller Ergreifung von „Gegenmaßnahmen“ die Wanderung dennoch stattfinden kann.
Also habe ich sofort entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet: regelmäßiges Kühlen und Einnahme eines entzündungshemmenden Schmerzmittels (sowohl innerliche Anwendung als auch äußerlich per Creme).
Heute (Donnerstag) bin ich zum ersten Mal völlig schmerzfrei.
Außerdem habe ich auf einen neuen Wanderschuh gewechselt, der auch den Fuß oberhalb des Knöchels stützt: Nach eingehender Beratung und zahlreichen Anproben im Fachgeschäft ist es der Meindl Arizona 3000 geworden.
Natürlich ist es nicht ideal eine große Wanderung mit einem neuen Schuh zu beginnen, insbesondere da ich ja mit meinem bisherigen Schuh sehr zufrieden war (zumindest was die Blasenbildung angeht). Ich hoffe der Lederschuh passt sich recht schnell meinem Fuß an, erste einstündige Einlaufübungen abends waren recht Erfolg versprechend.
So, jetzt muss ich noch meinen Koffer fertig packen. Samstag fahre ich los, der erste Wandertag beginnt am Sonntag.
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leider gibt es in der Natur auch einige Gefahren auf die man sich – soweit möglich – vorbereiten sollte. Diesem Themenschwerpunkt will ich meinen heutigen Beitrag widmen.
Die Zecke ist wohl das gefährlichste Wildtier, welches wir noch in unseren Wäldern haben. Bären gibt es nicht, oder werden als „Problembären“ schnell erlegt, Wölfe kommen zwar wieder, sind aber noch nicht sehr zahlreich und (derzeit noch?) sehr scheu, Wildkatze und Luchs genauso selten.
Zecken sind deutschlandweit verbreitet, aber übertragen vor allem in Süddeutschland die beiden Haupterkrankungen FSME und Borreliose (bei FSME deutlicher ausgeprägt). Allerdings nehmen die Fälle von Erkrankungen auch in Mittel- und Norddeutschland zu, ein Zusammenhang mit der Klimaerwärmung wird vermutet.
Zecken sind eine Ordnung der Milben und gehören zu den Spinnentieren (daher auch acht Beine und nicht sechs, wie bei Insekten). Sie alle sind blutsaugende Parasiten, die sich an verschiedene Wirbeltiere hängen, durch die Haut beißen (der Fachmann spricht allerdings vom „Stich“) und von deren Blut ernähren. Das Problem sind eigentlich gar nicht die Zecken selbst, sondern die Krankheiten, die sie übertragen. Die Schildzecke „Gemeiner Holzbock“ (Ixodes ricinus) ist dabei die deutsche Zeckenart, die am häufigsten Menschen befällt.
Durstig sind vor allem die Weibchen, deren Körper während des Saugvorgangs – je nach Art – auf das bis zu zwanzigfache des ursprünglichen Volumens anschwellen kann (weibl. Schildzecken).
Bei Biss (oder Stich) gibt die Zecke Speichel ab, der eine Mischung zahlreicher Proteine enthält, die einerseits die Blutgerinnung unterbinden und außerdem Schmerzreize und Entzündungsreaktionen unterbinden. Leider kann der abgegebene Speichel Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger enthalten, was den Stich so gefährlich macht.
Unter den Zeckenarten gibt es prinzipiell zwei Strategien der Wirtsfindung:
Zur Wirtsfindung dienen ihnen verschiedene chemische Sinne, vor allem Kohlendioxid-Sensoren, die in einem speziellen Organ am letzten Beinglied (Haller-Organ) sitzen.
Unter den durch Zecken übertragenen Krankheiten sind vor allem Borreliose und FSME zu beachten, es gibt aber auch noch die weniger bekannten und selteneren Erkrankungen wie Babesiose, Ehrlichiose, Rickettsiosen oder Neoehrlichiose. Daher ist ein Zeckenstich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Borreliose, genauer Lyme-Borreliose, ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Borrelia (umgangsprachlich „Borrelien“) ausgelöst wird. Die Erkrankung hat vielfältige Auswirkungen im Menschen und kann alle Organe und Gewebe, insbesondere Haut, Gelenke und Nervengewebe, befallen.
Die Bezeichnung Lyme-Borreliose setzt sich zusammen aus dem Namen des amerikanischen Ortes Lyme, in dem das Krankheitsbild 1975 nach gehäuftem Auftreten von Gelenksentzündungen in Verbindung mit Zeckenstichen erstmals beschrieben wurde, und aus der Bezeichnung der Erregerfamilie, die nach dem französischen Bakteriologen Amédée Borrel benannt ist.
Trotz vielfältiger Forschung sind einige Antworten zum Thema Übertragung, Infektionsrisiko und Durchseuchung noch lückenhaft.
Es gibt jedenfalls ein Nord-Süd-Gefälle der Borreliose-Erkrankungen (siehe Karte) welches aber nicht so deutlich ausgeprägt ist wie bei FSME, dazu später mehr. Laut Robert-Koch-Institut sind etwa 6–35 % der Zecken in Deutschland von Borrelien befallen. Nach einem Zeckenstich kommt es in 1,5–6 % der Fälle zu einer Infektion. In 0,3–1,4 % der Fälle kommt es zu einer Erkrankung.
Da es keine bundesweit einheitliche Überwachung der Erkrankung gibt, sind nur grobe Werte zur Inzidenz (also Zahl der Erkrankungen bezogen auf die Gesamtbevölkerung) vorhanden. Außerdem ist die Einschätzung ob eine Infektion wirklich vorliegt nicht einfach. In Süddeutschland geht man von ca. 111 – 260 Fällen pro 100.000 Einwohner aus, in Österreich zwischen 135 und 300 pro 100.000 Einwohner und in der Schweiz zwischen 25 und 131.
Die Symptome der Erkrankung werden in drei Stadien beschrieben:
Bei einer Erkrankung im ersten Stadium wird mit gutem Erfolg mit einer Antibiotike-Langzeittherapie behandelt. Das Problem ist allerdings in der frühe Phase eine richtige Diagnose, da die bekannte Wanderröte nur in ca. 10% der Fälle auftritt und die anderen grippeähnlichen Symptome und Gelenkschmerzen nicht immer sofort mit einer Borreliose in Verbindung gebracht werden. Eine prophylaktischen Behandlung mit Antibiotika wird kontrovers diskutiert, da die Nebenwirkungen einer unbegründeten Behandlung gegen die Folgen einer unbehandelten Borreliose abgewogen werden müssen.
Erfolgt die Diagnose erst später, müssen neben der Bekämpfung der Bakterien auch die Schädigungen der Organe und Gewebe behandelt werden, was ein interdisziplinäres Vorgehen verschiedener Ärzte erfordert. Eine Borreliose kann bei ungünstigem Krankheitsverlauf zu einem jahrelangen chronischen Leiden führen, im Extremfall bis hin zur Erwerbsunfähigkeit.
Ein präventiver Impfstoff existiert für den Menschen (noch) nicht. Hunde kann man impfen lassen, wenngleich die Wirksamkeit umstritten ist.
Wer tiefer in die Materie einsteigen will, der sollte den zugehörigen Wikipedia-Artikel lesen, ich will mich hier vor allem auf praktische Tipps für den Wanderer beschränken (weiter unten).
FSME seht für „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ und ist eine virale Erkrankung ausgelöst durch das FSME-Virus. Sie kann mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verlaufen. Bei einem Großteil der Patienten treten bei einer Infektion jedoch keine Krankheitsanzeichen auf.
In Risikogebieten liegt der Anteil der FSME-infizierten Zecken bei etwa 0,1 % bis 5 %. In ganz Deutschland liegt die Inzidenz, also die Zahl der eindeutig nachgewiesenen Erkrankungen zwischen 196 pro 100.000 (in 2012) und 546 pro 100.000 (in 2006). Aufgrund der grippeähnlichen, oft unspezifischen Symptomatik ist eine hohe Dunkelziffer von Erkrankungen möglich.
Die Risikogebiete kann man gut in dieser Karte abschätzen.
Es gibt einen Impfstoff gegen FSME, der einen präventiven Schutz erlaubt.
In den meisten Fällen verläuft eine FSME-Erkrankung harmlos, nimmt die Erkrankung allerdings einen schweren Verlauf mit einer Meningoenzephalitis, also einer Gehirnentzündung unter Beteiligung einer Gehirnhautentzündung, und oder Myelitis, also einer Entzündung des Rückenmarks und des Knochenmarks, kann es zu bleibenden Schäden mit Lähmungen, Paresen bis hin zum Tod kommen.
Das Problem bei der FSME-Erkrankung ist, dass keine Möglichkeiten der ursächlichen (kausalen) Therapie bestehen. Dies liegt daran, dass spezifische antivirale Medikamente nicht existieren. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist nur eine symptomatische, auf die Linderung einzelner Symptome konzentrierte Therapie möglich.
Wer mehr Details lesen will, den möchte ich wiederum auf die zugehörige Wikipedia-Seite verweisen.
Panikmache oder echtes Risiko?
Je nachdem welches Forum oder welchen YouTube-Kanal man sich zu diesem Thema anschaut reicht die Einschätzung der Zeckengefahr von „übertriebene Panikmache“ bis hin zu „ernstes Problem“.
Es stimmt, dass die Gefahr einer Borreliose oder FSME-Infektion mit ernstem Verlauf sehr gering ist.
Wenn man die obigen Zahlen in Relation setzt, so ist die Chance z.B. bei einem Zeckenstich an der schweren Form von FSME zu erkranken (dies ist meine Abschätzung anhand der öffentlich zugänglichen Daten und erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit):
(0,1%-5% – Chance, dass die Zecke FSME-Erreger trägt) * (5% ???Chance einer Infektion???*) * (10% Chance eines symptomatischen FSME-Verlaufs) * (70% für einen zweiten Fieberschub) * (50% für einen schweren Verlauf) = 0,00000175% bis 0,0000875%.
(*Da ich keine Quelle gefunden habe, wie oft eine FSME-infizierte Zecke auch FSME-Viren in das Blut des Wirtes überträgt, habe ich hier die Übertragungsrate von Borreliose angenommen. Sehr wahrscheinlich ist die echte Chance noch deutlich geringer).
Oder anders ausgedrückt, die Wahrscheinlichkeit nach einem Zeckenstich einen schweren Verlauf der FSME zu bekommen liegt grob gerechnet irgendwo zwischen 1:60.000.000 und 1:1.000.000.
Bei Borreliose berechne ich persönlich übrigens pro Zecke und Stich eine Wahrscheinlichkeit von ca. 1: 37.000.000 bis 1:350.000.
Die Wahrscheinlichkeit an schwerer Form von FSME oder Borreliose zu erkranken ist also sehr gering.
Allerdings gibt es hierbei zwei Einschränkungen zu beachten:
Was tun? Präventionsmaßnahmen…
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) parasitiert vor allem im Rotfuchs. Als Zwischenwirt dienen kleine Säugetiere, vor allem Wühlmäuse und andere Nagetiere. Der Fuchsbandwurm ist der Auslöser der alveolären (bläschenartigen) Echinokokkose, einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung des Menschen.
Das Blöde am Fuchsbandwurm ist die lange Inkubationszeit, so werden erste Symptome erst nach 5-15 Jahren sichtbar und zweitens der ziemlich unangenehme Krankheitsverlauf, der verschiedene Organe, insbesondere die Leber, angreift, im späteren Verlauf die Organe irreparabel beschädigt und sogar zum Tod führen kann. Auch die Behandlung des Fuchsbandwurmes ist nicht sehr angenehm, da sie ähnlich wie eine Krebstherapie mit Chemotherapeutika, Operationen und palliativen Maßnahmen durchgeführt werden muss.
Das Gute ist, dass eine Erkrankung an Echinokokkose äußerst selten ist. Die Gesundheitsbehörden verzeichnen in Deutschland ca. 30 Neuerkrankungen pro Jahr.
Besonders gefährdet scheinen übrigens Hunde- und Katzenbesitzer zu sein, deren Haustiere den Bandwurm im Wald – entweder durch direkten Kontakt mit Fuchskot oder durch Verzehr von Zwischenwirten – aufnehmen und dann an den Besitzer weitergeben.
Allerdings auch Waldfreunde aller Art, insbesondere jene, die viele Waldpflanzen und -früchte verspeisen, sollten sich in Acht nehmen. Es gibt zwar seit der Erfassung von Fuchsbandwurmerkrankungen ab 2001 keinen zurückverfolgbaren Fall, bei dem jemand sich nachweislich an gepflückten Beeren infiziert hat. Zumindest theoretisch spricht jedoch nichts dagegen, dass die Eier des Fuchsbandwurmes von z.B. einer Beere über den Magen-Darm-Trakt in den Menschen gelangen können. Auch die Aufnahme über Staub und die Atemluft kann bisher noch nicht ausgeschlossen werden.
Das Problem ist, dass die wenigen Fallzahlen und die lange Inkubationszeit eine Rückverfolgung des exakten Infektionsweges schwierig machen.
Wer mehr wissen will, dem sei wiederum der Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt.
Fazit: An Fuchsbandwurm zu erkranken ist extrem selten. Dennoch ist die Gefahr nicht gleich Null und die Übertragungswege nicht endgültig geklärt. Da die Erkrankung außerdem ziemlich verheerend sein kann und keine Impfung existiert, empfehle ich folgende Präventionsmaßnahmen.
Präventionsmaßnahmen
Die Tollwut ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht.
Das stereotype Bild eines tollwütigen Tieres ist der aggressive Hund mit Schaum vor dem Maul. Aber auch Katzen, Frettchen, Füchse, Dachse, Waschbären, Stinktiere und Wölfe können tollwütig werden beziehungsweise die klassische Tollwut oder eine andere Form übertragen.
In Deutschland sind zwischen 1977 und 2000 fünf Fälle von Tollwut registriert worden (in Europa 281), von denen drei ihren Ursprung im Ausland hatten.
Ohne vorherige Impfung oder Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach einer Ansteckung verläuft die Infektion innerhalb von 15 bis 90 Tagen – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – immer tödlich. Die Postexpositionsprophylaxe muss dabei möglichst schnell erfolgen, am besten Stunden nach einer möglichen Infektion bzw. innerhalb der ersten 24 Stunden.
Deutschland gilt seit April 2008 nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als tollwutfrei (d. h. frei von terrestrischer Tollwut) nicht jedoch nach den strengeren WHO-Kriterien (frei von jeglichen Tollwutviren, auch Fledermaustollwut). Seit 2010 werden im Schnitt rund zehn Fälle von Fledermaustollwut pro Jahr registriert.
Alles in allem ist die Chance in Deutschland Tollwut zu bekommen also vernachlässigbar gering. Würde allerdings von einem Wildtier gebissen werden, so würde ich dennoch zum Arzt gehen.
Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, welche die muskelsteuernden Nervenzellen befällt und durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Die resistenten Sporen des Bakteriums kommen nahezu überall vor, auch im Straßenstaub oder in der Gartenerde. Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden. Unter anaeroben Bedingungen, also unter Sauerstoff-Abwesenheit, vermehrt sich das Bakterium und sondert Giftstoffe (Toxine) ab. Das proteolytische Toxin Tetanospasmin schädigt die muskelsteuernden Nervenzellen und verursacht dadurch die typischen Muskelkrämpfe. Das Toxin Tetanolysin ist herzschädigend.
Eine Impfung gegen Tetanus ist verfügbar und wird empfohlen. Experten der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) raten zur vorbeugenden Immunisierung gegen Tetanus mit einem Toxoidimpfstoff, da auch kleine, nicht besonders tiefe Verletzungen zur Erkrankung führen können.
Wildscheine sind in Deutschen Wäldern ziemlich zahlreich, somit ist es möglich, dass auch der Wanderer mal einem Wildschwein begegnet. Wer aber auf den Waldwegen bleibt und nicht ins Dickicht kriecht, begegnet nur in den seltensten Fällen einem Wildschwein.
Wildschweine sehen schlecht, hören und riechen aber sehr gut. In der Regel wird daher ein Wildschwein eher den Wanderer bemerken als umgekehrt und meistens auch die Flucht antreten. Keiler haben eindrucksvolle Hauer mit denen sie ernsthafte Verletzungen zufügen können. Außerdem sind Wildschweine schnell und kräftig.
Da Wildschweine im Grunde Angst vor dem Menschen haben, gibt es nur wenige, extreme Ausnahmen in denen der Wanderer von einem Wildschwein angegriffen wird. Eine davon ist ein verletzter Keiler. Eine andere Möglichkeit ist ein Wanderer der zwischen die Bache und ihre Jungen geraten ist bzw. sich dem Nest mit Frischlingen zu sehr genähert hat. In diesen Fällen wird die Bache durchaus zum Angriff ansetzen, da sie ihre Jungen mit ihrem Leben verteidigen wird. Eine dritte Möglichkeit ist, dass der Wanderer in der Dämmerung im Unterholz unterwegs ist und das Tier überrascht. Fühlt es sich in die Enge getrieben, kann es durchaus zum Angriff neigen.
Allerdings wird dies in der Regel auch nicht ohne Ankündigung passieren, sondern ein Schnauben und Grunzen der Bache vorangehen. Durch einen geordneten (nicht überstürzten) Rückzug mit Blick auf dem Tier, kann man meist die Gefahrensituation entschärfen. Oder noch besser: einen Baum oder Hochsitz suchen und schnell hochklettern.
Was mir allerdings noch keiner beantworten konnte ist die Frage, wie es mit Wildschweinen aussieht, die sich an den Menschen gewöhnt haben, z.B. weil sie regelmäßig für nächtliche Besuche in die Stadt kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass bei diesen Tieren die Scheu gegenüber Menschen herabgesetzt ist (ähnlich wie bei bestimmten Bären in Nordamerika) und somit eine Angriffsgefahr steigt.
Nach all den Punkten, die ich als potentielle Gefahren aufgezählt habe, sind Stürze und daraus resultierende Verletzungen mit Abstand die wahrscheinlichste Gefahr bei Wanderungen.
Rutschiger Untergrund, schlechtes Schuhwerk, schwere Rucksäcke, Ermüdungserscheinungen sind nur ein Teil der Gründe, die zu Stürzen führen können. Die Folge können Verstauchungen, Bänderrisse, Brüche und viele mehr sein.
8800 Wanderer und Bergsteiger verletzen sich z.B. durchschnittlich jedes Jahr auf Österreichs Bergen. Galt früher schlechte Ausrüstung als Ursache, so ist es heute eher mangelnde körperliche Konstitution.
Folgende Maßnahmen können Stürze vermeiden:
Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Sturz kommt, dann hat man hoffentlich seinen Erste-Hilfe-Kasten griffbereit und kennt die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen aus dem Kurs, den man noch vor kurzem (!) besucht hat. Wenn alle Stricke reißen kann man immer noch die (Berg-)Rettung rufen -112.
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bevor ich beginne, gleich erst einmal dieser Disclaimer:
Nachfolgender Text ist keine Rechtsberatung, sondern stellt lediglich meine Meinung und Interpretation dar.
Nun heute geht es um ein Thema dessen Bezug zum Wandern einem erst einmal gar nicht so klar ist: Das Waffenrecht. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, wird einem schnell einfallen, dass man unter seinen vielen Ausrüstungsgegenständen evtl. doch das eine oder andere Messer mitführen will.
Dies hat auch nichts mit „Rambophantasien“ zu tun (obwohl ich mir da bei einigen nicht so sicher bin), sondern einfach mit der Erkenntnis, dass man mit einem Messer in der Wildnis schon sehr weit kommt. Dabei muss es noch nicht einmal eine „Survival“-Situation sein, bei der mir das Messer beim Unterkunftbau, dem Feuermachen, Erlegen und Ausnehmen von Wild und vielen Dingen mehr hilft, nein, es reicht schon, wenn ich ein Stück von meinem mitgebrachten Schwarzwälder Schinken oder einen Pilz abschneiden will.
Das hat auch die Outdoor-Industrie erkannt und bietet inzwischen eine unüberschaubare Vielfalt an Messern an. Da sind alle Variationen dabei, vom 100-Funktionen-Taschenmesser bis hin zur kleinen Machete.
Grundsätzlich in Deutschland verboten sind Fallmesser, Faustmesser (Ausnahme: Inhaber einer jagdrechtlichen Erlaubnis), Butterflymesser und Springmesser. Diese Messer darf man nicht erwerben und nicht besitzen. Da diese Messer aber im Outdoor-Bereich in der Regel keine Rolle spielen, will ich hier nicht weiter darauf eingehen.
Leider darf man aber in DE auch nicht jedes andere Messer einfach so „führen“. Insbesondere nicht nach der letzten Revision des Waffenrechts. Hier wurde in § 42 a Abs. (1) Nr. 3 geregelt, welche Messer nicht geführt werden dürfen.
Konkret heißt es hier:
1) Es ist verboten
[1. … 2.]
3. Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.
Zwei Messertypen fallen also unter diese Regelung:
Man kann jetzt trefflich über den Sinn und Unsinn dieses Gesetzes streiten (und man wird tonnenhaft Foren und Videos finden in denen sich Messerexperten stundenlang darüber aufregen können) aber so ist es nun einmal.
Was heißt jetzt aber eigentlich „Führen“?
Als „Führen“ bezeichnet das WaffG als „Ausüben der tatsächlichen Gewalt über die Waffe außerhalb des umfriedeten Besitzes“. Das bedeutet in normalem Deutsch das zugriffsbereite Tragen der Waffe außerhalb Deines Grundstücks. Also in Deinem eigenen Keller darfst Du weiterhin mit dem 30 cm Rambomesser herumspielen, im Wald ist es allerdings verboten.
Das „Führen“ ist übrigens nicht mit dem „Transportieren“ zu verwechseln. So lange Du die Waffe zugriffsgeschützt, z.B. in einem verschlossenen Behälter transportierst (siehe § 42a Abs.(2) Nr. 3), darfst Du auch Dein Rambomesser durch die Gegend tragen.
Gibt es keine Ausnahmen?
Die ganz Schlauen haben jetzt schon im § 42a weitergelesen und finden dort in Abs. (2) Nr. 3 eine Ausnahme. So soll das oben genannte Verbot nicht für die Fälle gelten in denen ein „berechtigtes Interesse“ vorliegt.
Was ist nun ein „berechtigtes Interesse“?
Hier braucht man nicht lange raten, der Gesetzgeber hat uns in Abs. (3) gleich eine Definition mitgegeben:
Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.
Ein berechtigtes Interesse läge also vor bei:
Nun, „Berufsausübung“ wäre im Wald z.B. ein Holzfäller, der für Baumfällarbeiten ein größeres Messer braucht.
Bei „Brauchtumspflege“ hat sich wahrscheinlich wieder unser „blau-weißes“ Bundesland durchgesetzt, damit die anständigen „Buam“ zu ihrer Trachtenhose weiterhin ihren Hirschfänger (der allerdings traditionell ohnehin nur eine Klingenlänge von 10-11 cm hat) tragen können. Achtung! Bei öffentlichen Veranstaltungen wie z.B. dem Oktoberfest ist das Tragen jeglicher Messer ohnehin untersagt.
Das Thema „Sport“ könnte z.B. bei einem Kletterer passen, der vielleicht ein einhändig zu bedienendes Klappmesser braucht, um sich z.B. am Seil hängend zu befreien.
Den Jäger zähle ich hier übrigens nicht auf, da dieser ohnehin einen Waffenschein besitzt.
Nun ist Wandern weder Berufsausübung, noch Brauchtumspflege. Ist Wandern Sport? Na, ja. Jedenfalls ist fürs Wandern ein Messer grundsätzlich nicht zwingend erforderlich.
Also bleibt uns nur noch der „allgemein anerkannter Zweck„. Und damit haben wir wieder eine Bestimmung, die sehr breit ausgelegt werden kann und es am Ende dem Ordnungshüter überlässt, was er hierunter einordnet. Nun kann man darauf spekulieren, dass man sich evtl. mit einer Ausrede, z.B. „ich will Angeln gehen und brauche das 30 cm Messer um den Uferbereich von Gestrüpp zu befreien“ herausreden kann, doch auch der Ordnungshüter ist in der Regel nicht dumm und erkennt schnell, ob einer lügt oder plausibel ist.
Natürlich kann man sich auch darauf berufen, dass die Aufzählungsliste des § 42a (3) gar nicht abschließend ist und es nicht das Ziel des Gesetzgebers war eine „sozialadäquate“ Nutzung von Messern zu unterbinden. Aber wenn man sich schon beim „allgemein anerkannter Zweck“ in einem argumentativen Graubereich befindet, so fischt man dann bei dieser Argumentation in der „dunkelgrauen Suppe“ und ist dem Wohlwollen des Ordnungshüters ausgeliefert.
Es mag dem einen oder anderen gelingen den Ordnungshüter zu überzeugen – manche haben ja ein gutes Talent zur Argumentation oder einfach nur Glück – wer aber auf „Nummer Sicher“ gehen will, baut nicht auf diese Ausnahmeregel, sondern „führt“ von vornherein nur ein Messer mit sich, welches eben nicht unter das Verbot des § 42 a fällt.
Und bevor einer fragt: „Selbstverteidigung“ ist kein „berechtigtes Interesse“.
Glücklicherweise gibt es zahlreichen gute „Survival“-Messer mit Klingenlängen von knapp unter 12 cm (ja auch die Hersteller lesen manchmal die Gesetze).
Also, lange Rede kurzer Sinn: Lasst euch nicht von den riesigen Rambo-Messern verführen, für die immer wieder Werbung gemacht wird, sondern schaut, dass ihr ein erlaubtes Klappmesser und/oder ein gescheites Messer mit einer feststehenden Klinge unter 12 cm kauft. Das reicht für die meisten Zwecke auch und gröbere Aufgaben gibt es Spezialwerkzeuge, wie Beile, Äxte, Sägen, etc.
]]>Wasser ist das wichtigste Nahrungsmittel überhaupt. Der Mensch kann mehrere Woche, vielleicht sogar Monate ohne Nahrung auskommen, steht aber, natürlich je nach den Umständen, nur wenige Tage ohne Wasser durch.
Daher sollte man immer genügend Wasser auf seinen Wanderungen dabei haben. Was ist aber zu tun, wenn man dennoch seinen Wasservorrat verbraucht hat und sich noch fern der Zivilisation befindet (nicht sehr realistisch in DE, ich weiß)?
Nun es gibt folgende Wege zu (trinkbarem) Wasser zu kommen:
Regenwasser ist in Deutschland in der Regel bestes Trinkwasser. So lange man es mit sauberen Hilfsmitteln auffängt, z.B. Zeltplane, kann man es ohne Bedenken trinken. Manche „Survivalisten“ gehen sogar so weit, dass sie Wasser nach einem Regenfall mit einem Strohhalm aus frischen Pfützen trinken. Das würde ich aber nur im Notfall machen.
Auch Morgentau ist sofort trinkbar. Auch hier kann man z.B. von einem Tarp, einer Zeltplane oder von Blättern das Wasser sammeln. Allerdings ist die Ausbeute nicht immer gut.
Um Wasser aus dem Boden zu gewinnen, gibt es auch die Technik ein Loch in feuchter Erde zu graben. Dann stellt man einen Becher in die Mitte des Lochs und spannt eine Plane darüber. In der Mitte der Plane, genau über dem Becher, beschwert man sie mit einem Stein. Die Idee ist, dass die Sonne die Plane (und das Loch) erwärmt, der Wasserdampf nach oben steigt, von innen an der Plane kondensiert, dann beim Stein zusammenläuft und dort in den Becher tropft. Je nach Feuchtigkeit des Bodens erhält man mehr oder weniger Wasser. Verbessern kann man die Ausbeute durch Blätter oder indem man in die Grube uriniert. In jedem Fall ist das Wasser nachher drinkbar, da es wie bei einer Destillation gewonnen wird und Giftstoffe zurückbleiben. (Eine anschauliche Anleitung findet sich hier).
Man kann auch eine Tüte über einen Zweig stülpen. In der Regel wird sich hier nach einiger Weile Schwitzwasser sammeln. Diese Methode liefert aber nicht so viel Wasser.
Pflanzen eignen sich – zumindest zu bestimmten Jahreszeiten – ebenfalls zum „Zapfen“ von Wasser. Im Frühjahr (von März bis zum Blattaustrieb im Mai) kann man Birkensaft oder Ahornsaft zapfen. In beiden Fällen nutzt man den starken Wassertransport der Bäume zu den Knospen aus. Durch einen Schlitz oder das Absägen eines Astes relativ weit unten am Stamm kann man dann schon in wenigen Stunden einiges an Wasser sammeln.
Natürlich liefern auch die diversen Früchte wie Brombeeren, Walderdbeeren, Himbeeren, etc. etwas Wasser.
2. Direkt aus Gewässern trinken
Natürlich könnte man auf die Idee kommen direkt aus einem Gewässer zu trinken. Man sollte sich allerdings klar sein, dass selbst klar aussehendes Wasser mit Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten) und Giften (Nitrate, Schwermetalle, Tenside, Medikamente, Hormone, etc.) belastet sein kann. Daher sollte man sich zumindest an ein paar einfache Regeln halten, bevor man Wasser direkt aus einem Gewässer trinkt.
3. Chemische Entkeimung
Eine schon etwas bessere Lösung ist die chemische Entkeimung mittels Chlortabletten oder Silberionen. Diese Mittel töten alle Mikroorganismen ab. Gegen den Chlorgeschmack kann man Natriumthiosulfat (Na2S2O3) einsetzen. Wichtig ist, dass man die richtige Dosierung und die Einwirkzeiten beachtet.
Gegen Gifte im Wasser helfen diese Behandlungsmethoden freilich nicht.
4. Abkochen
Noch besser ist es das Wasser vor dem Trinken abzukochen. Hier sollte das Wasser ca. 10 Minuten kochen um sicher zu gehen, dass alles tot ist. Leider überleben einige Mikroorganismen auch 100°C (z.B. Bakteriensporen), aber Abkochen hilft in der Regel gegen die meisten Bakterien, Viren, Schimmelpilze und andere „Viecher“. Gegen Gifte hilft das Abkochen allerdings in der Regel nicht. Der Nachteil von dieser Methode ist außerdem, dass in Höhenlagen 100°C nicht mehr erreicht werden und man ordentlich Brennstoff verbraucht.
5. Einfache Filter
Auf dem Markt gibt es einfache Filter auf Keramik oder Glasfaserbasis, die alles oberhalb eines bestimmten Durchmessers herausfiltern. Im Grunde sind sie genauso effektiv wie das chemische Entkeimen oder Abkochen, ohne die Nachteile der vorherigen Methoden. Außerdem geht die Filterung sehr schnell. Allerdings werden nicht alle Viren herausgefiltert (was vor allem im Ausland ein Problem sein kann).
Ein Hauptnachteil von Filtern ist grundsätzlich, dass man nicht genau weiß wann die Filterkapazität erschöpft ist. Gerade wenn man den Filter nur selten benutzt und/oder keinen genauen Überblick hat wie viel Wasser man schon gefiltert hat (die Lebensdauer wird meist in der Menge des filterbaren Wassers angegeben), wird die Entscheidung nach paar Jahren schwer, ob man dem Filter noch vertraut.
Außerdem misstraue ich persönlich immer Filtern, die längere Zeit gelagert wurden, da sich evtl. darin die Mikroorganismen vermehrt haben könnten. Man müsste also den Filter selbst regelmäßig spülen oder gar desinfizieren (z.B. abkochen). Dies ist aber nicht bei jedem Filter möglich.
Man kann übrigens Wasserfilter, z.B. in einer PET-Flasche auch selbst bauen. Allerdings ist der Nutzen umstritten. Manche halten die Filterwirkung solcher selbstgebauter Filter lediglich vergleichbar mit einfachen Schwebteilchenfiltern bestehend aus Stoff.
6. Komplexe Filter
Komplexere Filter enthalten zusätzlich noch Aktivkohle, manche auch noch UV-Lampen. Die Aktivkohle hilft vor allem gegen chemische Verunreinigungen und ist daher vor allem überall dort empfehlenswert, wo man mit solchen Verunreinigungen rechnen muss.
Die UV-Lampen sollen auch die letzten verbliebenen Mikroorganismen, wie z.B. hartnäckige Viren bekämpfen. Ich persönlich bin skeptisch wie gut das in der Praxis funktioniert.
In jedem Fall bleibt auch hier das Problem einzuschätzen ob ein Filter nach einem Dauereinsatz noch voll funktionstüchtig ist.
7. Kombiniertes Vorgehen
Wer 100% sicher gehen will, dass sein Wasser sauber ist, sollte zwei oder drei der genannten Methoden kombinieren. Gerade wenn man lange Zeit auf Wasser aus fragwürdiger Quelle angewiesen ist, sollte man sich die Mühe machen und z.B. Filtermethoden (insbesondere mit Aktivkohle!) und chemische Entkeimung oder Abkochen kombinieren. Nur dann kann man sicher sein, dass man sich auch keinen langfristigen Schaden zufügt.
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]]>bei einer Wanderung in der Natur kommt man früher oder später auf das Thema Feuermachen. Schließlich ist z.B. so ein kleiner Tee zum Aufwärmen oder ein ordentliches warmes Mittagessen durchaus angenehm. Außerdem wärmt so ein kleines Feuerchen auch und macht ein abendliches Zusammensitzen in der Natur noch angenehmer.
Disclaimer: Nachfolgende Informationen stellen keine Rechtsberatung dar, sondern geben lediglich meine eigene Meinung und Interpretationen wieder.
Man kann sich zu dem Thema zahlreiche Artikel durchlesen und lange Videos ansehen, aber im Grunde ist die Gesetzeslage hierzu in Deutschland recht einfach: „Offenes Feuer“ ist im Wald (und in 100 Metern Abstand dazu) überall in Deutschland verboten. Punkt.
Übrigens ist auch das Rauchen von Zigaretten (und anderem „Rauchwerk“) in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald verboten.
Nachzulesen in den Landeswald- und Landesnaturschutzgesetzen der einzelnen Bundesländer.
Schade auch…eigentlich könnte ich hier aufhören…;-)
Doch es gibt zwei Ausnahmen:
Man kann diese Regelung bedauern, aber in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland und in Anbetracht mancher Mitbürger, die ein Kochfeuer gleich mit einem Scheiterhaufen verwechseln, macht diese Regelung für die breite Bevölkerung durchaus Sinn.
Der Wanderer, Bushcrafter, Survivalist oder sonstige Naturbursche wird aber leider durch diese Regelung ziemlich eingeschränkt. Ich persönlich würde mir eher so etwas wie einen „Feuer-Führerschein“ wünschen, also einen Schein, den man z.B. nach Ablegen eines theoretischen und praktischen Tests erhält, in dem man nachweisen muss, dass man die Gefahren des Feuermachens kennt und weiß wie man ein sicheres Feuer macht (und danach wieder löscht). Wer dann ohne Schein ein Feuer im Wald macht bekommt empfindliche Strafen, wer mit Schein ein Feuer macht, welches nicht den Bestimmungen folgt, ebenfalls (bis hin zum Scheinentzug). Das würde zwar nicht jede Dummheit vermeiden, aber vielleicht die Zahl der illegalen Feuer im Wald reduzieren helfen und gleichzeitig dem ehrlichen Wanderer die Möglichkeit eröffnen häufiger mal auch unterwegs legal seinen Kocher nutzen zu dürfen…
So etwas gibt es aber leider nicht (wäre vielleicht auch zu viel Bürokratie, aber wir haben ja auch Angelschein, Segelschein, Jagdschein, etc. in Deutschland).
Was ist „Wald“ im Sinne des Gesetzes?
Als Wald zählt in allen Landesgesetzen relativ einheitlich jede mit Waldbäumen bestockte Fläche. Achtung: Hierzu können auch „baumarme“ Gebiete hinzugerechnet werden, wie z.B. Lichtungen, Moore oder Heiden. Im Grunde ist alles, was man so landläufig als Wald bezeichnen würde, auch ein Wald im Sinne des Gesetzes.
Was zählt als „offenes Feuer“ im Sinne des Gesetzes?
Leider gibt es hierzu vom Gesetzgeber keine einheitliche Definition. Allgemein wird aber „offenes Feuer“ als alles definiert was nicht über einen geschlossenen Brennraum verfügt, wo also die Flammen und/oder Funken nach außen dringen können bzw. man die Flammen sehen kann.
Hierzu zählen nicht nur das klassische Lagerfeuer und das Grillen über Holz und Kohle, sondern meiner Meinung nach auch z.B. Gas-, Benzin- und Esbit-Kocher, aber auch z.B. Kerzen, Fackeln, Teelichter, etc..
Man könnte jetzt trefflich darüber streiten, ob z.B. ein Gas-Kocher, bei dem die Flammen rundherum von einem Metallkäfig umgeben sind, noch als „offen“ gilt, da hier die Flamme aus physikalischen Gründen gar nicht aus dem Kocher entweichen kann (Prinzip der Grubenlampe). Letztendlich wird aber der zuständige Ordnungshüter darüber entscheiden, ob für ihn das Feuer noch als „offen“ gilt. Es liegt auf der Hand, dass er ein großes Lagerfeuer kritischer sehen wird, als das schnelle Erhitzen von Wasser auf einem Gaskocher.
Verstöße werden von den Behörden jedenfalls – je nach Ermessen – als Ordnungswidrigkeit geahndet. Das kann ein kleines Verwarngeld bedeuten, je nach Umfang der Schäden und weiterer Verstöße aber auch bis zu mehreren Zehntausend Euro Strafe nach sich ziehen (je nach Bundesland unterschiedlich!). Breitet sich ein Feuer dann auch noch aus und kommt es zu einem Waldbrand, wird die Ordnungswidrigkeit sogar zu einer Straftat. In besonders schweren Fällen kann hier anstatt einer Geldstrafe sogar eine Freiheitsstrafe drohen.
Neben den strafrechtlichen Konsequenzen, gibt es dann auch noch zivilrechtliche Konsequenzen. So können dann natürlich auch hohe Schadenersatzleistungen fällig werden, was einen schnell in die persönliche Insolvenz treiben kann.
Würde ich aber ein Feuer machen wollen, so würde ich folgende Dinge beachten:
Ich sage es frei heraus: Ich nutze in 99 von 100 Fällen einfach ein Gasfeuerzeug zum Entzünden eines Feuers. So lange es gefüllt ist und trocken gelagert wird, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Das normale Gasfeuerzeug hat dabei sogar Vorteile gegenüber anderen Feuerzeugen, wie z.B. Benzinfeuerzeugen. Zwar bläst der Wind ein Gasfeuerzeug schneller mal aus, aber Benzinfeuerzeuge halten den Brennstoff nicht so lange, so dass im Ernstfall das Feuerzeugbenzin schon verdunstet sein kann. Gasfeuerzeuge funktionieren bei anständiger Lagerung hingegen noch nach Jahren.
Natürlich kann man Feuer auch mit Streichhölzern entzünden, allerdings sind die Dinger in der Tat sehr anfällig gegen alle möglichen „Unbille“ der Natur: Wasser, Wind, etc. Auch ist die Brenndauer eher begrenzt und meist nicht ausreichend für schwerer entzündliche Stoffe. Sturmstreichhölzer versprechen hier Abhilfe. Sie brennen länger und können vor dem Anzünden auch mal kurzzeitig nass werden, sie sind aber immer noch anfällig gegen Wind und Nässe. Wirklich eine echte Alternative zum Feuerzeug ist hier eher das ewige Streichholz welches mit Benzin arbeitet (aber im Gegensatz zum Benzinfeuerzeug gasdicht verschlossen werden kann).
Als „Zunder“ nimmt der Normalsterbliche Grillanzünder (ich bevorzuge die Anzünder aus Holzwolle und Wachs/Pflanzenöl). Zusammen mit einem Feuerzeug und alles wasserdicht verpackt ist das ein unschlagbares „Anzündset“ mit dem man auch noch nasses Brennmaterial zum Brennen bringt.
Wem das allerdings nicht „survival“ genug ist, der kann meinetwegen einen Feuerstahl benutzen. Moderne Feuerstähle bestehen aus Auermetall III, einer Legierung aus Eisen, Cer und anderen Metallen der Seltenen Erden. Der Feuerstahl muss dann mit einem anderen harten Gegenstand angeschlagen werden (z.B. mit dem Messerrücken) und die erzeugten Funken sollten in ein geeignetes Zunderbett fallen. Geeigneter Zunder sind z.B. Kienspan, Birkenrinde, Zunderschwamm oder z.B. ein Wattebausch (Geheimtipp O.B., da wasserdicht verpackt) ggf. getränkt mit Vaseline, Wachs oder Öl. Der Vorteil dieser Methoden ist, dass man selbst im nassen Zustand z.B. mit der Kombination Feuerstahl und Birkenrinde noch ein Feuer entzünden kann. Für mich ist die Benutzung des Feuerstahls bislang einfach nur spaßig gewesen und ohne praktischen Nutzen.
Hardcore „Survivalisten“ bauen sich natürlich vor Ort Feuerbohrer oder Feuersägen.
Ein recht exotischer Ansatz Feuer zu machen ist mittels Stahlwolle und einer 9V-Batterie. Hierbei werden die Kontakte der Batterie an die Stahlwolle gehalten, der Kurzschluss entzündet die Stahlwolle. Das funktioniert zwar, hat aber für mich wenig mit „Natur“ oder „Survival“ zu tun. Wenn ich an Stahlwolle und eine 9V-Batterie denken kann, dann kann ich auch gleich an ein Feuerzeug und Grillanzünder denken, oder?
Wie auch immer man es handhabt, man sollte sich schon ein wenig mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, wie man auch im Notfall – z.B. wenn man in einen Fluss gefallen und man selbst und die gesamte Ausrüstung nass ist – doch noch ein Feuer in Gang bekommt. Feuer ist im Notfall sehr wichtig: Schutz vor wilden Tieren (in DE eher vernachlässigbar), Wärme, Nahrung, Wasser abkochen, Rauch- und Licht-Signal. Daher ist es eine gute Praxis immer noch eine Anzündhilfe als Backup in einem wasserdichten Containern mitzuführen.
Zum Erhitzen von Wasser und anderen Lebensmitteln eignen sich natürlich vor allem die zahlreichen Kochertypen, die allerdings alle unterschiedliche Vor- und Nachteile haben:
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]]>beim Packen des Rucksacks sollte man ein paar einfache Regeln befolgen, damit er sich so angenehm wie möglich trägt.
Hier noch ein hilfreiches Video zu diesem Thema (Achtung mit Werbung für Deuter, ich verdiene daran aber nichts)…
Weitere allgemeine Regeln:
Rucksack richtig tragen…
Idealerweise zieht man den Rucksack in folgenden Schritten an:
Hier noch ein anschauliches Video zum richtigen Einstellen des Rucksacks (Achtung mit Werbung für Deuter, ich verdiene daran aber nichts):
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Achtknoten; (C) 2016 – Nico Riffel
Servus Leute,
ich bin zwar, was das Wandern anbelangt, noch immer ein Greenhorn, aber meine Erfahrung als Segler hilft mir zumindest dabei nützliche Knoten zu binden. Ich will euch diese Knoten natürlich nicht vorenthalten (die Anleitungen zum Binden des jeweiligen Knotens verstecken sich hinter den Links):
Dieser Knoten wurde früher dazu genutzt um die Schot (also die Leine zum Bedienen eines Segels) am Topsegel zu befestigen. Der Vorteil dieses Knotens ist, dass er sich im entspannten Zustand frei verschieben lässt, unter Spannung nicht zuzieht und somit verstellbar bleibt, aber gleichzeitig unter Last auch nicht verrutscht. Er ist quasi das Knotenäquivalent zu einem Spanngurt.
Beim Zelten ist er wohl auch als „Buckelknoten“ bekannt (sagt Wikipedia), ich habe diesen Ausdruck noch nie gehört.
Jedenfalls eignet er sich sehr gut wenn man etwas abspannen will, also z.B. ein Tarp oder Zelt am nächsten Baum oder auch an einem Hering. Sehr praktisch, da man erst das Seil lose verbinden und dann, wenn alles aufgebaut ist, das Seil unter Spannung bringen kann. Auch ein Nachspannen ist so jederzeit möglich.
(*Als „Stek“ gelten übrigens alle Knoten, die nur mit weiteren Gegenständen stabil sind (z. B. Webleinstek)
Der Tarbuck-Knoten ist eigentlich kein Segelknoten, sondern vom Alpinisten Ken Tarbuck entwickelt worden. Er ist ein Knoten mit einer verstellbaren Schlaufe und basiert auf einem ähnlichen Prinzip wie der Topsegelschotstek (siehe oben).
Der Achtknoten ist ein sehr einfacher Knoten, der vor allem dazu dient zu verhindern, dass ein Seil durch eine Öse oder eine andere Verengung rutscht. Natürlich kann man hier auch einfach einen brezelförmigen Normalknoten knüpfen, dieser lässt sich aber etwas schwerer wieder öffnen, wenn er erst einmal richtig zugezogen ist.
Eine Variation des Achtknoten ist der Achtknoten als Schlaufe. Diese Schlaufe wird als besonders stabile Schlaufe gerne von Bergrettung etc. eingesetzt.
Der Kreuzknoten ist sehr praktisch um zwei Seile gleicher oder ähnlicher Stärke miteinander zu verbinden. Nützlich also für Fälle in denen man ein Seil mit einem zweiten verlängern muss. Unter Zug hält er „bombenfest“ und locker gelassen lässt er sich leicht wieder lösen. Der Knoten ist daher nicht für Fälle geeignet bei denen das Seil zwischendurch auch mal locker fällt (z.B. zum Vertäuen eines Botes am Steg).
Der Schotstek ist die Ergänzung zum Kreuzknoten, denn er erlaubt das sichere Verbinden zweier unterschiedlich dicker Seile. Sehr hilfreich, wenn man zum Beispiel beim Zeltbau eine dünnere Tarp-Leine an einer dickeren Halteleine befestigen will.
6. Webleinstek (und Rundtörn mit zwei halben Schlägen)
Der Webleinstek ist in der gesteckten Variante prima geeignet um ein Seil an einer Stange oder z.B. einem Ast zu befestigen. In der Seefahrt wird er dazu genutzt um z.B. Fender an der Reling zu befestigen. Er hält gut, wenn er ständig unter Zug ist. Mit dem Webleinstek kann man z.B. Flaschen oder andere Dinge an seinem Rucksack aufhängen und auf diese Weise einen Karabiner ersetzen.
Der etwas festere und langlebigere „Bruder“ des Webleinsteks ist übrigens der Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Diesen würde ich überall dort einsetzen, wo sich der Webleinstek zu schnell löst.
Dieser Knoten ist zugegebenermaßen ein wenig komplizierter, aber er lohnt sich für alle Fälle in denen ihr eine Schlaufe braucht, die sich nicht verschieben soll. Ich habe ihn z.B. genutzt um an meiner Wasserflasche eine Schlaufe zu machen an der der Karabiner befestigt ist.
8. Mastwurf (und Halbmastwurf)
Diese Knoten sind eigentlich gelegte Variationen des Webleinsteks (siehe oben), werden aber vor allem beim Klettern mit Verschlusskarabinern eingesetzt. Der große Vorteil dieser Varianten ist, dass man sie legen kann ohne dass die Enden des Seiles frei sein müssen. Man sollte hier die Knotentechnik mit einer Hand üben, so dass man sich selbst beim Klettern absichern kann.
…weitere Knoten?
Wenn ihr euch für weitere praktische Knoten interessiert, dann recherchiert mal nach folgenden Begriffen:
Übersicht
Hier noch eine kleine Übersicht über die Knoten und ihre Aufgaben:
| Funktion | Knoten | Beispielanwendung |
| Feste Schlaufe | Palstek | Dauerhaftes Aufhängen von Gegenständen |
| Feste Schlaufe | Achtknoten als Schlaufe | Absichern von Personen |
| Verschiebbare Schlaufe | Tarbuck-Knoten | Aufspannen eines Zeltes |
| Stopper-Knoten | Achtknoten | Verhindern des Durchrutschen eines Seiles an einer Öse. |
| zwei gleiche Seile verbinden | Kreuzknoten | Verlängerung eines Seiles |
| zwei ungleiche Seile verbinden | Schotstek | Verbindung von einem dünnen Seil mit einem dicken |
| Seil an Stange befestigen (schnell) | Webleinstek | Rucksack an Ast hängen |
| Seil an Stange befestigen (dauerhafter) | Rundtörn mit zwei halben Schlägen | Trinkflasche an Rucksack hängen |
| Verschiebbare Verbindung an einer Stange (oder Baum) | Topsegelschotstek | Aufspannen eines Zeltes |
| Sichern am Karabiner | Mastwurf oder Halbmastwurf | Abseilen, Klettern |
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]]>„Gehen kann ja wohl jeder!„, diese Reaktion erntete ich letztens von meiner Frau, als ich das Thema anschnitt.
Und natürlich hat sie Recht. Jeder von uns ist schon Dekaden auf den Beinen und sollte eigentlich alles über das Gehen wissen…oder?
Man sieht, gehen und gehen mag sehr unterschiedlich sein, je nachdem wo man wie unterwegs ist. Kommen dann noch schwere Wanderstiefel, ein klobiger Rucksack und lange Wanderstöcke hinzu, kann es durchaus hilfreich sein wenn man seine Geh-Gewohnheiten nochmals überdeckt, bzw. sich von Anfang an die richtige „Wander-Geh-Technik“ (gibt es dieses Wort ?) angewöhnt.
Schließlich will man sich trittsicher und kraftsparend bewegen (und nebenbei auch Haltungsschäden, Gelenkschmerzen und Blasen vermeiden).
Folgende 10 Regeln sollte man daher beachten:
Es gibt sechs Haupttypen von Wanderschuhen:
Manche Hersteller kennen sogar noch weitere Kategorien. Es lohnt also sich im Fachgeschäft beraten zu lassen welcher Wanderschuh zu einem passt (und vor allem auch für die jeweils geplante Tour geeignet ist).
2. Körperschwerpunkt
Der Körperschwerpunkt sollte immer über den Füßen sein. Als Anfänger lehnt man sich instinktiv immer zu nah an den Berg. Ähnlich wie beim Skifahren sollte man sich aber eher ins Tal lehnen. Durch das leichte Vorneigen des Oberkörpers ist es möglich, das Körpergewicht gleichmäßig auf die ganze Sohle zu verteilen. Wer seinen Körperschwerpunkt gut im Griff hat, kann so besser die Reibung der Schuhsohlen ausnutzen: Das kann man gut auf glatten steilen Felsplatten üben.
Ein weiterer Vorteil: Wenn man auf Schotter ins Rutschen kommt, kann man sich besser abfangen, wenn der Körperschwerpunkt mehr zum Tal als zum Berg verschoben ist. Die Füße rutschen talab. Wenn der Körperschwerpunkt nahe am Berg liegt fällt man. Liegt er zum Tal, kann man sich meist abfangen (oder fällt kopfüber – nur ein Scherz
).
Stöcke können helfen den Körperschwerpunkt besser zu kontrollieren.
3. Ruhe und bedachte Schritte
Hektik ist fehl am Platz, insbesondere in schwierigem Gelände. Lieber ruhig und bedacht den Schuh aufsetzen, Halt finden und dann zum nächsten Schritt ansetzen. Dazu gehört natürlich auch, dass der Blick entsprechend auf den Weg gerichtet ist.
Auch beim Abstieg sollte man kleine, kontrollierte Schritte machen. Springen und Rennen lässt sich nur schwer wieder abfangen und führt schnell zu Stürzen und Verletzungen.
Man darf sich auch nicht von anderen Wanderern aus der Ruhe bringen lassen. Zur Not lässt man Drängler an einer geeigneten Stelle vorbei. (Ist nicht anders wie auf der Autobahn.)
Beim Wandern gilt auch: „Stehen bleiben für den Blick in die Ferne, beim Laufen ist der Blick auf den Weg gerichtet.“
4. Schnürung
Vor Antritt einer Wanderung die Schuhe gut von unten bis oben schnüren (nicht einfach oben festziehen und fertig). Außerdem sollte man nach ca. 30-45 Minuten Laufzeit die Schuhe nochmals nachschnüren, da nun Fuß und Schuh warm geworden sind und sich ggf. die Bedingungen im Schuh verändert haben. Vor längeren, steileren Abstiegen empfiehlt es sich ebenfalls den Schuh nachzuschnüren bzw. enger zu schnüren, um zu verhindern, dass die Zehen zu weit nach vorne rutschen (ein leichtes Rutschen ist normal). Allerdings sollte der Fuß hierbei noch „atmen“ können, wenn er schmerzt, kribbelt oder gar einschläft sollte man die Verschnürung sofort lockern.
5. Rucksack
Der Rucksack sollte dem Gelände angepasst werden. Dazu nutzt man vor allem die Verstellriemen an der Schulter. Normalerweise sollte eine Handbreit Luft zwischen Schulterriemen und Rucksack sein. Bei Aufstiegen zieht man aber den Rucksack näher zu sich heran. Dadurch kommt der Schwerpunkt näher zum Körper (und liegt auch etwas höher). So kann man beim Aufstieg das Gewicht besser kontrollieren.
Man sollte auch nicht vergessen, dass Rucksack hinten übersteht. Gerade bei Abstiegen sollte man dies bedenken. Wenn man vergisst, dass der Rucksack weiter zurück reicht als der eigene Po, bleibt man schnell an Hindernissen hängen, was zu Unfällen führen kann.
6. Abstieg
Mit dem Ballen oder ganzen Fuß aufsetzen und mit den Knien abfedern. Das ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ein Aufsetzen mit gestrecktem Bein und den Hacken belastet jedoch Knie und Bänder und kann zu Verletzungen führen. Die richtige Geh-Technik kostet zwar Muskelkraft (Waden und Oberschenkel), schont aber die Knorpel und Gelenke. Mit Kniebeugen (nicht zu tief runter gehen) und vergleichbaren Übungen kann man hier die Muskeln vortrainieren.
Wanderstöcke helfen nicht nur beim Aufstieg, sondern insbesondere auch beim Abstieg, weil eine Teil der Last über die Arme aufgefangen und die Trittsicherheit verbessert wird.
7. Serpentinen laufen
Lieber kleine Umwege machen, als zu große Stufen oder zu steile Abschnitte überwinden. Das Laufen von „Serpentinen“ kann helfen steile Abschnitte zu überwinden. Hier muss man gegen den inneren Schweinehund angehen, weil gelenkschonendes Gehen häufig mit mehr Muskelanstrengung einher geht.
8. Pulskontrolle & Atmung
Ziel ist es den Puls weitgehend gleich zu halten und lieber das Gehtempo der Steigung anzupassen. Also immer langsamer werden, je steiler es wird. Maximale Wander-Herzfrequenz: 180 minus Alter +/- 5 Schläge, also bei einem Alter von 40 Jahren: 135 – 145.
Die Atmung sollte mit den Schritten synchronisiert werden.
9. Aufwärmen
Die ersten 20-30 Minuten einer Wanderung dienen der Aufwärmung. Also evtl. vorher ein wenig dehnen, dann langsam loslaufen und erst nach einer halben Stunde das Tempo auf die normale Tagesgeschwindigkeit erhöhen.
10. Der richtige Einsatz der Wanderstöcke
Die Wanderstöcke muss man so einstellen, dass der Arm, der den Stock umfasst, im flachen Gelände in einem 90°-Winkel vom Körper steht. Bergauf kann man die Stöcke entsprechend verkürzen, im Abstieg entsprechend verlängern.
Die Hände fassen von unten durch die Schlaufe, so dass am Ende die Hand auf der Schlaufe aufliegt.
Bei Querungen sollte man den hangseitigen Stock weiter unten fassen oder verkürzen.
Die Wanderstöcke sollte man immer fest umfassen und über Kreuz zu den Füßen (rechter Stock, linker Fuß) einsetzen.
Beim Abstieg nicht „stochern“ sondern ggf. die Stöcke verlängern. Besser ist es aber den Oberkörper so zu krümmen, dass man sich ins Tal neigt (siehe oben) und beide Stöcke gleichzeitig nach vorne aufsetzen.
Wanderstöcke sollte man vor allem einsetzen, wenn es bergauf und steil bergab geht. Im flachen Terrain oder leicht bergab sollte man eher auf die Stöcke verzichten, damit man seinen Gleichgewichtssinn trainiert und hier die Stolpergefahr eher von den Stöcken selbst ausgeht. Im leicht flachen Gelände wird der Wanderer außerdem dazu verleitet schneller zu gehen, als er es eigentlich würde.
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